Klimawandel - Handeln in globaler Verantwortung

„Rhöndorfer Penatenwelt“

Januar 11, 2013

„Rhöndorfer Penatenwelt“Sehr geehrter Herr Böndel, erst einmal vielen Dank für die bisher erschienen Artikel zum Thema „Rhöndorfer Penatenwelt“. Die Informationen zur Familien- und Firmengeschichte aus den Reihen der Familienerben sind sehr interessant und natürlich zutreffend. Lediglich die in Teil 4 beschriebenen Vorgänge für den Zeitraum nach der Übernahme durch die Firma Johnson & Johnson sind nicht ganz korrekt und bedürfen einiger Ergänzungen. Ich selbst war von 1992 bis Ende 2000 Operations-Direktor im Standort Bad Honnef. Sicherlich hat Johnson & Johnson nach der Übernahme 1986 immer wieder die Wirtschaftlichkeit der Fabrik mit anderen Standorten des Konzerns in Europa verglichen und die Existenz des Werkes in Frage gestellt. Aber dem Führungsteam des Werkes mit voller Unterstützung durch den Betriebsrat und die gesamte Belegschaft ist es bis zum Jahr 1998 immer wieder gelungen, durch umfassende Reorganisations- und Rationalisierungsmaßnahmen und durch erhebliche Modernisierungsinvestitionen das Werk im Europäischen Vergleich voll konkurrenzfähig zu halten. Das Produktionsvolumen und die Zahl der Mitarbeiter ist in diesem Zeitraum auch deutlich gewachsen. Erst Ende 1998 wurde im Rahmen einer weltweiten Bewertung der vorhandenen Werke im J&J-Konzern entschieden, den Produktionsstandort in Rhöndorf per Ende des Jahres 2000 zu schließen. Ausschlaggebend war neben Kos- tenüberlegungen letztlich die Lage der Fabrik mitten im Ort, die keine Expansionsmöglichkeiten mehr bot und bei weiterem Wachstum auch zu stärkerer Belastung der Nachbarschaft geführt hätte (z.B. Verkehrsaufkommen, womöglich Lärmbelastung bei Nachtschichtbetrieb). Im Verlauf der Jahre 1999 und 2000 wurde dann die Produktion der Produktpalette Schritt für Schritt in J&J Werke in Italien und Frankreich verlagert. Als letztes Produkt wurde die historische Penaten Creme verlagert, deren althergebrachte arbeits- und zeitintensive Herstellung übrigens etwa Mitte der 90er Jahre durch einen modernen automatischen Prozess ersetzt worden war. Besonders hervorheben möchte ich die Loyalität und Einsatzbereitschaft der Belegschaft, die trotz des Verlustes ihrer Arbeitsplätze bis zum bitteren Ende mitgeholfen hat, die Versorgung der Kunden im Markt mit unseren guten Penaten- Produkten sicherzustellen. Mit dazu beigetragen hat sicherlich, dass Johnson & Johnson in Abstimmung mit dem Betriebsrat einen guten Sozialplan entwickelt hatte und den Mitarbeitern bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen durch eine Vermittlungsfirma behilflich war. Eventuell sind diese Ergänzungen für Ihre Leserschaft von Interesse. Mit freundlichen Grüßen,
Peter Dittmann

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