Klimawandel - Handeln in globaler Verantwortung

Ist denn schon der 1. April?

Oktober 14, 2011

Natürlich nicht. Aber zwei Meldungen aus der vergangenen Woche lassen diesen Eindruck entstehen. Einmal haben sich Investoren zu Wort gemeldet, die eine Wohnbebauung im Business-Park planen. Allein, im Rathaus ist von diesen Planungen noch nichts bekannt. Wie immer, wenn es um den geheimnisvollen Business-Park geht, in dem seit zehn Jahren nichts mehr geht. Aber gut, das wir darüber gesprochen haben.

Für den nächsten Scherz zur falschen Zeit sorgte die bunte Allianz. Sie erinnern sich: Für den Posten des 1. Beigeordneten sollte ein Multitalent gesucht und gefunden werden. Denn dieser Mensch sollte gleichzeitig auch Jurist sein, um auch den frei gewordenen Posten des Oberrechtsrates zu besetzten. Von zwölf Bewerbungen sind sieben in die engere Wahl gekommen, drei davon in eine noch engere Wahl. Und nun schlagen eben nunmehr fast alle Ratsmitglieder vor, die ganze Sache abzublasen, weil niemand so richtig geeignet sei, für das hohe Amt in Bad Honnef. So wurden die bereits zur Ratssitzung eingeladenen Kandidaten wieder ausgeladen. Somit bleiben zwei wichtige Positionen erst einmal unbesetzt im Rathaus. FWG-Chef Manfred Rauw hält das für „Kasperletheater“. |bö

Kinder sollen als Zeugen vor Gericht aussagen?

Oktober 14, 2011

Wie schon in der letzten Ausgabe berichtet, stellte die Verteidigung der Angeklagten Pflegemutter den Antrag, drei Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren als Zeugen zu laden und vor Gericht zu vernehmen. Ob dieses Ansinnen von der Angeklagten selbst stammt oder der mittlerweile unverständlichen Strategie der Verteidigung selbst geschuldet ist, erschließt sich dem irritierten und leicht erzürnten Beobachter nicht. Es liegt in der Hand des Gerichts, wie es mit dem Antrag weiter verfährt und dann damit umgeht. Sicher, Kinder können in einem Strafprozess als Zeugen auftreten, wenn sie wichtige Informationen zu einer Straftat geben können. Und es gibt zahlreiche Schutzvorschriften, um Kinder hierbei zu schützen. Aber ist nicht bekanntermaßen das langatmige Verfahren, dass mittlerweile in seiner 2. Auflage stattfindet, schon für die erwachsenen Beteiligten und Zeugen eine Belastung? Alleine schon der zeitliche Abstand zu dem Geschehenen führte bei vielen wahrnehmbar zu Schwierigkeiten, sich an alles noch genauestens zu erinnern. Vor allem war nicht jeder Zeuge in der „glücklichen“ Lage, vor Gericht aus Akten und Protokollen nachlesen und zitieren zu können, wie es die Mitarbeiter des Jugendamtes konnten.

In einer Hauptverhandlung werden Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur vom Richter befragt. Andere Personen, wie z.B. der Staatsanwalt oder der Verteidiger, dürfen die Kinder nicht befragen. Aber wer will heute wissen, ob die betreffenden Kinder nicht schon durch den zeitlichen Abstand mit der Erinnerung an die Geschehnisse abgeschlossen haben, und nun, da erneut damit konfrontiert, seelischen Schaden nehmen ? Wer will ausschließen, dass die Kinder, die als Zeugen vor Gericht aussagen müssen, Angst vor dem Anblick der Angeklagten haben? Oder Angst vor fremden Menschen wie Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte und vor allem Angst vor Fragen zur Tat haben. Die Seelen von Kindern und Jugendlichen leiden besonders stark. Vor Jahren schon ist den Gerichten klar geworden, dass ängstliche Zeugen in Verhandlungen nur bedingt nützlich sind. Es passiert sogar sehr häufig, dass Kinder vor Angst den Mund nicht aufmachen und über das Erlebte überhaupt nicht sprechen können. Man darf sich daher wohl die berechtigte Frage stellen: „Muss das wirklich sein?“ |hh

Rosi Mittermaier wird Aalkönigin

Mai 18, 2009

Rosi Mittermaier wird AalköniginDas Aalkönigskomitee hat die erste Aalkönigin der Neuzeit einstimmig nominiert: Am 23. Oktober wird Rosi Mittermaier im Kurhaus zu Bad Honnef als Nachfolgerin des amtierenden Aalkönigs Hans-Dietrich Genscher die Regentschaft übernehmen. Das Komitee will mit dieser Entscheidung ein für allemal mit zwei zähen Vorurteilen aufräumen und klarstellen: Erstens ist das nach wie vor nur mit Männern besetzte Gremium nicht frauenfeindlich, zweitens stimmt es nicht, dass die Aale nur männliche Führungsfiguren hervorbringen.”Auf der Suche nach einer herausragenden Persönlichkeit haben wir Gold-Rosi gefunden”, freute sich der Sprecher des Aalkönigskomitees, Staatssekretär a. D. Friedhelm Ost. Im Jahre 1976 gewann die Skirennläuferin aus Reit im Winkel bei den Olympischen Spielen in Innsbruck Gold in der Abfahrt und im Slalom und räumte wenig später bei den Alpinen Weltmeisterschaften gleich drei Goldmedaillen ab. 1976 wählten die Fachjournalisten die 16fache deutsche Meisterin zur Sportlerin des Jahres. Der damalige Bundesminister Hans-Dietrich Genscher- derzeit amtierender Aalkönig -, bekannt für politische Schläue und Weitsicht, gratulierte damals besonders herzlich. 1998 wurde sie von der Bundesregierung unter dem Bundeskanzler Helmut Kohl zur Fair-Play-Botschafterin ernannt, ein Amt, das sie auch heute noch mit großem Engagement erfüllt. Im Jahre 2004 gehörte Rosi Mittermaier neben Franz Beckenbauer und anderen Promis zu dem Team, das sich unter Hans-Dietrich Genschers Leitung für die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2012 stark machte, leider nicht stark genug, doch der Popularität der beiden Persönlichkeiten tat das keinen Abbruch.

Im Jahre 2007 wurde “Gold-Rosi” mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Sie ist Mitglied des Organisationskornitees der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften, die 2011 in Garmisch-Partenkirchen stattfinden werden; für dieses alpine Großereignis wurde sie auch als profilierte Botschafterin berufen. Das Aalkönigskomitee wagt die Prognose, dass sich der Weltschwimmverband demnächst ihrer Dienste versichern wird, wenn sie in Bad Honnef nun auch ihr Können unter Wasser bewiesen haben wird.

Das Bad Honnefer Komitee hat mit Rosi Mittermaier zum ersten Mal eine weltweit bekannte Frau für den ehrenvollen Platz in der Aal-Monarchie nominiert. “Nach den Blank- und Silberaalen haben wir es in diesem Jahr geschafft, einen weiblichen Goldaal, der nur sehr selten in Hochgebirgsbächen auftaucht, zu fangen”, so verkündet es Friedhelm Ost bei der Nominierung.

Gold-Rosi habe schwierigste alpine Regionen mit der größten Eleganz bewältigt. Ihr Tempo war für alle Flachwasser-Angler so atemberaubend, dass selbst internationale Spitzenkonkurrenten sie nicht einholen konnten. Immer wieder hat sie mit geradezu atemberaubenden Schwüngen alle Reusen und Fallen umfahren. Die nominierte Aalkönigin, deren Heimatregion das bayerische Alpenland ist, fand sich immer wieder auch in fernen Gefilden und Gewässern zurecht. Sie reüssierte als das seltene Exemplar des Goldaals in Österreich, Norwegen und vielen anderen Ländern der Welt. Dabei scheute sie auch riskante Untiefen nicht, sondern profilierte sich mit zum Teil atemberaubenden Schwüngen als echtes “Jahrhundert-Exemplar” ihrer Art.

Nur selten suchte sie Muße und Erholung in stillen und stehenden Gewässern. Vielmehr nahm sie immer wieder neue sportliche Herausforderungen an, die sie stets meisterlich bestand. Ihren Mut, ihre Schnelligkeit und ihren natürlichen Charme bewundern viele Millionen Menschen in Deutschland und in der Welt. Aufgrund ihrer exzellenten Fähigkeiten, hohen menschlichen und sportlichen Qualitäten sowie zukunftsorientierten Visionen ist das Komitee bei der Nominierung von Gold- Rosi für die Übernahme der Aalmonarchie im Rheinland von der festen Überzeugung ausgegangen, dass die zukünftige Königin sich auch noch im Siebengebirge nach herrlichen Pisten umtun und diese mit bayerischem Flair für das Aalvolk vom Rhein erschließen wird.

Dem Aalkönigskomitee gehören die Bad Honnefer Bürger Helmut Kloss, Heinz Warneke, Klaus Wirtgen, Günther Raths, Michael Gerdes sowie Friedhelm und Fabian Ost an. Seit dem Jahre 2003 haben sie mit den jährlichen Aalkönigsfesten rund 100.000 Euro für eine Vielzahl sozialer Projekte im Jugendbereich und die Erhaltung des Aalschokkers Aranka, dem Wahrzeichen Bad Honnefs aufbringen können. Auch mit dem Aalkönigsfest 2009 will das Komitee wiederum einen hohen Betrag erzielen, der Jugendvereinen für soziale Vorhaben zufließen soll. “Dieses Ziel werden alle, die an der Krönungsfeier teilnehmen wollen, gewiss gern unterstützen”, ist sich das Aalkönigskomitee, dessen Mitglieder ihre Karten stets selbst bezahlen, sicher: “Da wir nicht wie in früheren Jahren auf eine Vielzahl von Sponsoren zählen können, müssen wir den Billetpreis auf 110 Euro anheben.” Zur diesjährigen Krönungsfeierwerden einige Spitzensportler, frühere ebenso wie noch aktive Olympia-Sieger und Goldmedaillen-Gewinner, nach Bad Honnef eingeladen. Die Proklamationsrede für die “Aalkönigin” wird Hans-Dietrich Genscher halten, der einst als Innenminister auch “Bundes-Sportminister” war und später Bundesaußenminister wurde.

Heute: Etwas über die Honnefer Politik

April 3, 2009

Bürgermeisterin Wally FeidenIn unserem Archiv kann sich der geneigte Leser schon ein recht gutes Bild über die Honnefer Politik machen. Im Kommunalwahljahr 2009 werden wir für Sie das politische Wirken in der Stadt auch kommentieren, und Sie dazu aufrufen, sich mit Ihrer Meinung an der politischen Diskussion zu beteiligen. Vorab: Im Bad Honnefer Rat sitzen sieben Fraktionen. Die CDU als größte Fraktion, es folgen die SPD, die die Bürgermeisterin stellt, Bürgerblock, FDP, Freie Wählergemeinschaft (FWG), Die Grünen und die Freien Grünen. Im Rat sitzen 44 Mitglieder und seit einigen Jahren gibt es kaum vernünftige Mehrheiten für vernünftige Entscheidungen. Bürgerblock und FWG sind Absplitterungen der Honnefer CDU. Im vergangenen Bürgermeisterwahlkampf haben diese Gruppierungen mit der FDP einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten, Dr. Ralf Schaaf, aufgestellt, der recht knapp gegen Bürgermeisterin Wally Feiden verlor. Die Kandidatin der CDU landete mit einem katastrophalen Ergebnis auf dem dritten Platz. Im schwarzen Bad Honnef regiert nun seit bald fünf Jahren die „rote Wally“. Zur aktuellen Situation: Bei der Ratsitzung am 2.April 2009 war glasklar zu erkennen, dass die CDU auf Kuschelkurs mit der Bürgermeisterin unterwegs ist. Und umgekehrt. CDU- Fraktionschef Sebastian Wolff lobte die Verwaltungsarbeit, Wally Feiden baute der CDU Brücken, um Beschlüsse umzusetzen. CDU, SPD und FDP bemühen sich sehr, um die „Diskussionskultur“ im Rat zu verbessern, das sei schließlich auch ein Stück weit „Wirtschaftsförderung“. Die Grünen sind aufgeschlossen und kompromissbereit, allein Bürgerblock und FWG lassen es weiterhin krachen. Positiv formuliert sind so die beiden Gruppierungen nun das Salz in der Ratssuppe. Diskutiert wurde der Haushalt und da konnte Feiden einmal mehr mit einer Erfolgsmeldung aufwarten. In der Gesamtergebnisrechnung 2007 konnte sie knapp über 2 Millionen Euro einsparen. Ganze 60 Minuten lang wurde um einen Antrag von FDP und CDU gerungen, eine Wirtschaftsförderunggesellschaft zu gründen. Nach einigen Änderungen und Umformulierungen ging der Antrag durch. Dabei setzte Feiden ganz geschickt ihre Kompetenz in Sachen Wirtschaftsförderung ein, und schraubte so die Erwartungshaltung von FDP und CDU herunter. „Wirtschaftsförderung gibt es nicht zum Null- Tarif,“ stellte sie klar, oder, „Wirtschaftsförderung bedeutet nicht, dass wir bald das 44ste Fingernagelstudio in der Stadt eröffnen“. Bei ihrer 33sten Ratssitzung konnte die Bürgermeisterin souverän Punkte sammeln und Respekt ernten. Eine weitere, quasi ganz persönliche Beurteilung: CDU- Fraktionschef Sebastian Wolff suchte die Harmonie. SPD- Fraktionschef Werner Sünnen spielte cool seine langjährige Ratserfahrung aus. Rainer Quink, der kommende Mann in der FDP, trumpfte mit Vernunft und Sachlichkeit. Michael Oswald, Fraktionschef der Grünen, zeigte trotz seiner schwierigen Parteibegrenzungen ganz locker hier und da Kompromissbereitschaft. Wenn es denn so weiter geht, dann freue ich mich auf die kommenden Ratssitzungen. Bürgerblock und FWG verspielten ihre Punkte zumindest bei der 33sten Ratssitzung, weil sie in ihrer Argumentation hitzig und unsachlich waren, und wie es scheint, manchmal auch leicht unvorbereitet.

Helmut Böndel- und Tschüss…