Klimawandel - Handeln in globaler Verantwortung

Von Kaufrausch bis Umtausch

Januar 18, 2013

Und dazwischen ein Vollrausch im Rauschgold. Dieser lichten Kette folgten wir ins neue Jahr. Ernüchtert hätte ich gleich mal ne Frage: wo, bitteschön, kann ich den Drachenfels umtauschen? Das ist doch nicht der richtige, der schöne, der uns versprochen, quasi aufgedrängt wurde, obwohl wir ihn gar nicht gewünscht erst recht nicht gewollt hatten, weil der alte auf einmal unzumutbar war wegen dem Beton. Und er war unbespielbar, hieß es. Platzierte Modellbauer zeigten uns deshalb eine große Westkurve, Hartplatz, nur Stehplätze, mit Fanartikelshop „Drachenland“ und „Rolands Rostbratwurst“. Traditionellem Tourismus verpflichtet ist „Kluntje“. Biosphären-Reservat, zentraler Anlauf und Fütterungsplatz für holländische Zugvögel, anschmiegsam angeschmiegt an das alte, sicherlich marode, um so mehr noch vorzeigbare Berggasthaus alter Schule. Die Porzen zum Siebengebirge werden noch hergestellt aus Bionaden. Das ist, hab ich auch nicht gewusst, die Zwergform der Kolonnaden. Wir sehen sie hier oben in der Ausprägung weißfarben/kunsstoffummantelt. (lat.: bionkolnadus plastus albinus). Und dann gab es plötzlich und unerwartet einen Preisanstieg bei Gewächshäusern. Sicher wegen der geforderten Strahlkraft trotz Verdunkelung. Diese Leuchte soll schließlich das gesamte Rheintal erhellen. Ironisch bedauerte sich der Königswinte-rer bei der Eröffnung, wähnte sich auf der abgewandten Seite. Jetzma im Ernst, Herr Wirtz, wollten Sie wirklich erwägen, die Drachenburg gegen eine gläserne Kocharena zu tauschen? Nä ne. Im Leben nisch. Aber erst mal dräut mir die große graue Wand. Der Frank Homann hat uns dann doch die falschen (alten) Bilder …? Doch wieder Beton-Riegel? Augenzeugenbefragung: Herr Brethauer, sinse su joot und john ens erus an et Ziepche. Nehmen Sie bitte alsgleich ein Schlückchen von dem leckeren Wässerchen, lejen den Kopf in den Nacken und lassen die frische Brühe ihre alten Zäpfchen benässen. Was sehen se da? Den Adenauer? Schmeckt das Wasser so grottenschlecht? Nochma. Jetzt bitte etwas nach links drehen. Was sehen sie da? Nixx? - Wie nix? Ach, sie sind zu nahe dran? Se können jarnicht raufluuren. Ja wenn sie zu nahe dran sind, fällt ihnen womöglich noch mal so ein angeschlagener Vogel in die Pfanne. Dann gibt es „Drachenfelser Hahn“ und keinen Fischteller a la Koi auf der Tageskarte. Aber rufen se doch mal rüber zum Türmer Siebdraht vom Mütterkurheim. Der sieht auch nix? Kein Wunder, der ist dann sicher gerade im Keller. Flaschen zählen. Oder bei ner Verköstigung mit dem Karl Heinz vom Attersee. Also ich sehe da eine große graue Wand, auch ohne Verköstigung: Stone. Stone ohne Rolling, Herr Böndel, sie haben recht, das geht gar nicht und ist auch nicht die Abkürzung von stoned. Aber man muss es vielleicht sein, um diese Kaimauer für Königswinterer Flaggschiffe als einen gelungenen Beitrag zur Bereicherung unserer Kulturlandschaft zu werten. Laut Internet ist das Stone ein Beton, der aussieht wie Stein; oder Stein, der so aussieht wie Beton. Gibt es auch als gemounted. Wie komme ich jetzt bloß auf Graffiti? Besser als graffiten ist dann doch eventen. Man mag es sich ja gar nicht oder möge es doch, sich vorstellen, wie Rectus Leonardus, Michelinmann a.D., dort droben ein Bergdoktor/Mysterien-Spiel aufzieht: „Rettung? Blonder Engel am Haken“. Und ich spiele den Ranger von den Mauer-Eidechsen.
PS: Herr Profittlich, vielleicht können Sie an dem Seilchen doch noch mal ein paar Sessel einklinken …?
Josef Thienen

Kommentare

Ein Kommentar to “Von Kaufrausch bis Umtausch”

  1. Josef Thienen on Januar 19th, 2013 14:07

    Dass er unbespielbar war, sagten natürlich nicht die Pöhler. Das haben Sie richtig erkannt, Herr Böndel, und zu recht den Begriff aus meinem Leserbrief gestrichen. Er war unangemessen. Nicht für den echten.

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